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Der Energieausweis

Arten, Pflichten, Kennwerte

Der Energieausweis zeigt den energetischen Zustand von Gebäuden. Er informiert über die wichtigsten Kennwerte und ermöglicht einen einfachen Vergleich verschiedener Häuser. Nach den Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes ist der Ausweis dabei in vielen Wohn- und Nichtwohngebäuden verpflichtend auszustellen.

Informationen und Pflichten im Energieausweis

Der Energieausweis ist ein Instrument des Gebäudeenergiegesetzes. Er soll Verbraucher über die energetische Qualität von Gebäuden informieren und einen einfachen Vergleich verschiedener Häuser ermöglichen. Neben Rückschlüssen auf die Energiekosten enthalten Energieausweise im Gebäudebestand auch geeignete Modernisierungsempfehlungen. Diese zeigen, mit welchen Lösungen du deine Heizkosten senken kannst.

Informationen und Pflichten im Energieausweis

Wichtig zu wissen ist, dass die Ausstellung eines Energieausweises Pflicht ist. Das gilt zumindest dann, wenn du:

  • ein Haus baust, erweiterst oder wesentlich veränderst
  • ein Gebäude sowie eine Wohnung verkaufst, vermietest oder verpachtest

Bei Verkauf, Vermietung oder Verpachtung sind die Informationen aus dem Energieausweis bereits in Immobilienanzeigen zu veröffentlichen. Steht eine Besichtigung an, musst du den Ausweis gut sichtbar auslegen. Geht es um einen Verkauf, musst du den Energieausweis spätestens zur Unterzeichnung des Kaufvertrages übergeben. In öffentlichen Gebäuden ist der Ausweis außerdem gut sichtbar aufzuhängen. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 15.000 Euro.

Geht es um kleine Gebäude (Nutzfläche < 50 m²) oder Baudenkmale, bist du von der Energieausweis-Pflicht befreit.

Verschiedene Arten des Ausweises im Vergleich

Musst du einen Energieausweis ausstellen lassen, stehen dir verschiedene Arten zur Auswahl. So gibt es den Verbrauchs- und den Bedarfsausweis.

Der Verbrauchsausweis basiert auf dem gemessenen Energieverbrauch. Dabei wertet ein Experte die Energiekosten von drei aufeinanderfolgenden Jahren aus. Er berücksichtigt die Einflüsse der Witterung und ermittelt die Kennwerte. Die Erstellung ist einfach und günstig.

Der Bedarfsausweis basiert auf einer detaillierten Berechnung. Dabei analysieren Experten neben den Wärmeverlusten des Gebäudes auch die Effizienz der Heizungsanlage . Die Erstellung bedarfsbasierender Energieausweise ist aufwendiger und teurer.

Wann welcher Energieausweis zulässig ist, hängt vom Alter und der Größe deines Gebäudes ab. So kannst du einen Verbrauchsausweis ausstellen lassen, wenn dein Haus:

  • mehr als 5Wohnungen hat oder
  • die Anforderungen der Wärmeschutzverordnung vom 11. August 1977 einhält.

Einen Bedarfsausweis musst du hingegen ausstellen lassen, wenn dein Haus:

  • weniger als 4 Wohnungen hat und
  • das Anforderungsniveau der Wärmeschutzverordnung vom 11. August 1977 verfehlt.

Kennwerte im Energieausweis

Die wichtigsten Kennwerte im Energieausweis

Um die energetische Qualität von Gebäuden bestmöglich beschreiben zu können, enthalten die Ausweise eine Reihe von Kennwerten. Die wichtigsten sind die Energieeffizienzklassen, der Endenergiebedarf, der Primärenergiebedarf und der Transmissionswärmeverlust.

Energieeffizienzklassen

Die Energieeffizienzklassen ermöglichen einen einfachen Vergleich verschiedener Gebäude. Dazu ordnen Experten dein Haus abhängig vom Endenergiebedarf in Kategorien von A+ bis H ein. Während A+ für ein besonders sparsames Haus steht, hat ein Gebäude der Kategorie H einen sehr hohen Energieverbrauch.

Endenergiebedarf

Der Endenergiebedarf (in kWh/a oder kWh/m²a) gibt an, wie viel Energie du einkaufen musst, um dein Haus ganzjährig auf die gewünschten Temperaturen zu bringen. Er berücksichtigt neben dem Wärmeschutz auch die Effizienz der Heizungsanlage und lässt direkte Rückschlüsse auf die Energiekosten zu.

Primärenergiebedarf

Der Primärenergiebedarf (in kWh/a oder kWh/m²a) beschreibt die Umweltauswirkungen deines Gebäudes. Denn er berücksichtigt neben dem Verbrauch im Haus auch den Energieverbrauch bei der Förderung, der Aufbereitung und dem Transport der benötigten Rohstoffe.

Transmissionswärmeverlust

Der Transmissionswärmeverlust (in W/m²K) steht für die energetische Qualität der Gebäudehülle. Ein kleiner Betrag kennzeichnet dabei einen hohen Wärmeschutz. Das heißt: dein Haus verliert wenig Heizwärme über seine Hüllflächen und die Heizkosten fallen niedrig aus.

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