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Energieeinsparverordnung

Die Energieeinsparverordnung für Neubau und Sanierung

Die Energieeinsparverordnung (kurz EnEV) enthält wichtige Regelungen für das energiesparende Bauen und Sanieren. Dabei betrachtet sie Wärmeschutz und Anlagentechnik ganzheitlich, um den Energieverbrauch und die Emissionen im Gebäudebereich spürbar zu senken. Welche Anforderungen die Energieeinsparverordnung an neue und alte Gebäude stellt, zeigen die folgenden Abschnitte.

Die Grundsätze der Energieeinsparverordnung (EnEV)

Die „Verordnung über energiesparenden Wärmeschutz und energiesparende Anlagentechnik bei Gebäuden“, so die Langform der Energieeinsparverordnung, ist ein Instrument der deutschen Energie- und Klimapolitik. Sie soll den Energieverbrauch im Gebäudebereich drastisch reduzieren und den Weg für einen klimaneutralen Gebäudebestand ebnen. Um das zu erreichen, stellt sie hohe Anforderungen an die Energieeffizienz neuer und bestehender Gebäude. Das Besondere daran ist, dass die Verordnung Wärmeschutz und Anlagentechnik gemeinsam betrachtet. Häuser sollen demnach möglichst wenig Wärme verbrauchen und diese effizient erzeugen können.

Grundsätzlich betrifft die Energieeinsparverordnung alle neuen und bestehenden Gebäude, die beheizt oder klimatisiert werden. Die gesetzlichen Anforderungen sind also von Bauherren und Sanierern einzuhalten. Ausnahmen gibt es hingegen für:

  • Gebäude unter Denkmalschutz
  • Häuser zur Tierhaltung
  • Gebäude, die lange offen zu halten sind
  • unterirdische Bauwerke sowie Gewächshäuser
  • Traglufthallen, Zelte und kurzfristig genutzte Gebäude
  • Gebäude für religiöse Zwecke
  • Wohngebäude mit einer begrenzten jährlichen Nutzung
  • Gebäude mit niedrigen Innentemperaturen ( < 12°C)

Der Energieausweis zeigt den energetischen Zustand von Gebäuden und ist in vielen Fällen verpflichten auszustellen.

Energieeinsparverordnung für neue Gebäude

Die Energieeinsparverordnung für neue Gebäude

Möchten Sie ein Wohn- oder Nichtwohngebäude bauen, müssen Sie die Anforderungen der Energieeinsparverordnung einhalten. Wichtig sind dabei vor allem drei Kennwerte: Der Endenergiebedarf, der Primärenergiebedarf und der Transmissionswärmeverlust.

Der Endenergiebedarf beschreibt die Energiemenge, die Sie ihrem Haus zuführen müssen. Er berücksichtigt die Wärmeverluste über die Gebäudehülle sowie die Effizienz der Wärmebereitstellung. Angeben lässt sich der Kennwert in Kilowattstunden pro Jahr oder Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr.

Der Primärenergiebedarf bezieht auch die Energieverluste bei der Förderung, der Bereitstellung und dem Transport der verwendeten Rohstoffe ein. Der Wert lässt sich über den Endenergiebedarf und einen speziellen Primärenergiefaktor ermitteln. Günstig sind die Ergebnisse dabei, wenn regenerative Energieträger zum Einsatz kommen. Die Einheit ändert sich dabei nicht.

Der Transmissionswärmeverlust gibt an, wie viel Energie über die Außenhaut eines Gebäudes verloren geht. Der Wert lässt sich mit der Einheit Watt pro Quadratmeter und Kelvin angeben und ist gut, wenn sein Betrag klein ist. Im Neubau fordert die Energieeinsparverordnung außerdem Maßnahmen zum sommerlichen Wärmeschutz. Durch diese heizen sich die Gebäude nicht so stark auf und der Energiebedarf zum kühlen sinkt.

Nachrüst- und Sanierungspflichten im Baubestand

Auch bei einer Sanierung müssen Sie die Anforderungen der Energieeinsparverordnung einhalten. Dabei geht es vor allem darum, dass neue, ersetzte oder veränderte Bauteile einen hohen Wärmeschutz bieten. So müssen Sie oft eine Dämmung anbringen, wenn Sie die Fassade oder das Dach sanieren. Tauschen Sie Fenster oder Türen aus, müssen die neuen energiesparend sein. Bestimmte Ausnahmen schützen dabei vor einem unverhältnismäßigen Aufwand.

Neben den Anforderungen an eine Sanierung regelt die Energieeinsparverordnung auch verschiedene Nachrüstpflichten. So müssen Sie als Besitzer eines alten Hauses:

Auch hier gibt es Ausnahmen, die Sie von den Nachrüstpflichten entbinden und vor einem unverhältnismäßigen Aufwand schützen. Aber Achtung: Greifen die Ausnahmen bei den aktuellen Besitzern, gehen die Nachrüstpflichten nach Verkauf, Schenkung oder Erbe in der Regel auf die neuen Eigentümer über.

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