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Energiekosten

Entwicklung und Einspartipps

Die Energiekosten für Strom und Heizung verursachen einen immer größeren Teil der monatlichen Ausgaben vieler Haushalte. Denn sie steigen mit den Preisen für Strom, Erdgas oder Heizöl kontinuierlich an. Für Abhilfe sorgen meist schon einfache Tipps, mit denen du deine Energieverbrauch und damit auch deine Energiekosten senken kannst.

Verteilung und Entwicklung der Energiekosten

Die Energiekosten eines typischen Haushalts setzen sich aus Ausgaben für Verkehr, Heizung und Strom zusammen. Allein der Verbrauch von Strom und Wärme verursacht dabei meist mehr als 20 Prozent der monatlichen Ausgaben. Geht es um die Wohnnebenkosten, liegt der Anteil der Energiekosten für Heizung und Warmwasser oft sogar bei über 40 Prozent.

Ein Blick auf die Entwicklung der Energiepreise zeigt einen ständigen Wandel. So stieg allein der Strompreis in den vergangenen 10 Jahren um über 30 Prozent - von 22,34 auf 29,40 Cent pro Kilowattstunde. Der durchschnittliche Gaspreis unterlag in der gleichen Zeit großen Schwankungen. Er stieg bis zum Jahr 2013 auf ein Hoch von 6,8 Cent pro Kilowattstunde, bevor er bis zum Jahr 2018 auf 5,63 Cent pro Kilowattstunde fiel.

Seither folgt der Gaspreis erneut wechselnden Trends. Nachdem er von 2018 zu 2019 um etwa 6 Prozent stieg, liegt er Anfang 2021 bei 5,85 Cent pro Kilowattstunde. Ähnlich schwankend entwickelte sich auch der Ölpreis, der sich auf die Energiekosten für Verkehr und Heizung auswirkt. Während dieser im Jahr 2009 bei etwa 54 Euro pro 100 Liter lag, stieg er bis 2012 auf über 93 Euro pro 100 Liter an.

Es folgte eine Phase sinkender Preise bis zum Jahreswechsel 2015/2016. Seither stiegen die Kosten für den flüssigen Rohstoff von 39 Euro pro 100 Liter auf etwa 90 Euro pro 100 Liter Ende 2018 an. Im Januar 2021 liegt der Ölpreis bei etwa 55 Euro pro 100 Liter und soll Experten zur Folge langfristig weiter ansteigen.

Seit 2021 sorgt mit der CO2-Abgabe ein weiterer Faktor für höhere Preise. Denn diese verteuert fossile Rohstoffe wie Gas oder Heizöl. Die Abgabe preist den CO2-Ausstoß ein und steigt von 25 Euro pro Tonne bis auf 55 Euro pro Tonne im Jahr 2025 an. Deine Energiekosten steigen damit voraussichtlich um 100 bis 300 Euro im Jahr.

[Quellen: VERIVOX; Fastenergy]

Energiekosten für Strom kennen und senken

Um die steigenden Energiekosten für Strom auszugleichen, helfen oft schon einfache Maßnahmen. Wichtig ist es jedoch, den eigenen Verbrauch zu kennen. Denn nur so kannst du einschätzen, ob dieser über oder unter dem Durchschnitt liegt. Hilfreiche Vergleichswerte liefert dabei der Stromspiegel, den die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online Jahr für Jahr herausgibt. Die mittleren Stromverbrauchswerte für einen Dreipersonenhaushalt lagen demnach 2019 bei

  • 3.500 bis 3.800 Kilowattstunden pro Jahr in Einfamilienhäusern
  • 2.500 bis 2.900 Kilowattstunden pro Jahr in Mehrfamilienhäusern

Erfolgt die Warmwasserbereitung elektrisch, fallen die Werte höher aus. So lagen sie im gleichen Zeitraum bei:

  • 4.200 bis 4.900 Kilowattstunden pro Jahr in Einfamilienhäusern
  • 3.600 bis 4.000 Kilowattstunden pro Jahr in Mehrfamilienhäusern

Liegt dein Stromverbrauch im genannten Bereich oder sogar darüber, sind deine Energiekosten in aller Regel zu hoch. Beim Sparen helfen dabei schon einfache Tipps. So kannst du elektrische Geräte komplett abschalten, um Stand-by-Verluste zu vermeiden. Hilfreich ist es auch, die Heizungspumpe zu drosseln oder auszutauschen. Du kannst alte Glühlampen durch Energiesparlampen ersetzen oder beim Kauf neuer Haushaltsgeräte auf energiesparende Geräte setzen. Erfolgt die Warmwasserbereitung in deinem Haus elektrisch, kannst du die Energiekosten mit wassersparenden Armaturen und geringeren Warmwassertemperaturen senken. Am meisten sparst du in diesem Fall jedoch, wenn du dein Trinkwasser in Zukunft mit der Heizung erwärmst.

Energiekosten senken

Energiekosten für die Heizung richtig senken

Heizung und Warmwasserbereitung verursachen mehr als 80 Prozent der durchschnittlichen Energiekosten. Maßnahmen in diesem Bereich sind daher mit den größten Einsparpotenzialen verbunden. Um diese zu erkennen, solltest du deine Verbrauchswerte kennen und mit durchschnittlichen Werten vergleichen. Letztere bietet der Heizspiegel, den die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online jährliche veröffentlicht. Im Abrechnungsjahr 2019 lagen die Energiekosten in einem typischen Einfamilienhaus bei etwa:

  • 12,00 Euro pro Quadratmeter für Erdgas
  • 13,20 Euro pro Quadratmeter für Heizöl
  • 14,30 Euro pro Quadratmeter für Fernwärme
  • 11,50 Euro pro Quadratmeter für Wärmepumpen
  • 9,10 Euro pro Quadratmeter für Holzpellets

Liegen deine Energiekosten in diesem Bereich oder sogar darüber, besteht in der Regel ein großes Sparpotenzial. Hilfreich ist dabei zum Beispiel das richtige Heizen oder das richtige Lüften . Auch das Entlüften der Heizkörper oder das Durchführen eines hydraulischen Abgleichs hilft, die Energiekosten der Heizung nachhaltig zu senken. Mit großen Einsparungen ist darüber hinaus auch ein Tausch der Thermostate oder alter Heizungen verbunden. Moderne Wärmeerzeuger nutzen den Brennwert und verbrauchen dadurch über 10 Prozent weniger. Wichtig zu wissen ist, dass der Staat heute hohe Fördermittel für die neue Heizung vergibt.

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