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Die Evolution der Heiztechnik

Von der Feuerstelle zum Smart Heating System

Vor rund 800.000 Jahren entzündeten unsere Vorfahren willentlich das erste Feuer. Die Feuerstelle, die sowohl zum Kochen als auch zum Heizen der Höhle diente, rückte schnell ins Zentrum des familiären Lebens. Während sich die Heiztechnik – gerade in den letzten Jahrhunderten – erheblich weiterentwickelte, blieb eines gleich: Die Heizung ist für unseren Alltag ebenso essenziell wie früher. Wir begeben uns auf Spurensuche und betrachten die Meilensteine der Heiztechnik – von ihren Anfängen bis heute.

Die Geschichte der Heiztechnik

Kind im warmen Haus

Vor gut 800.000 Jahren lernten die Menschen das Feuer zu zähmen. Die erste urzeitliche Heizung war geboren.

Rund 200 Jahre vor Christus schickten sich Griechen und Römer dazu an, die Heiztechnik zu revolutionieren. Sie entwickelten die ersten Fußbodenheizungen, die mit einem aufwendigen Röhrensystem Wärme in höhere Etagen transportierte. Das Wissen um das sogenannte „Hypokaustum“ (griech.: „von unten beheizt“) ging im Mittelalter leider größtenteils verloren.

Ab dem 8. Jahrhundert etablierten sich dann die ersten Küchenöfen. Besonders viel Wärme konnten die mit dicken Steinen umgebenen ersten Feuerstellen allerdings nicht abgeben. Dieser Umstand sollte sich erst einige Jahrhunderte später mit der Einführung der ersten Kachelöfen ändern.

Die Entwicklung des Kamins im 12. Jahrhundert markiert eine neue Ära der Heiztechnik. Abluft konnte nun aus der Wohnung geleitet werden, was das Raumklima erheblich verbesserte.

Mit der zunehmenden Verbreitung von Kohle statt Holz als Heizquelle erhöhte sich die Wärmeausbeute im 18. Jahrhundert enorm.

1843 wurde die erste dampfbetriebene Zentralheizung im Schloss Sigmaringen – einem Hohenzollernschloss in Baden-Württemberg – installiert.

1896 schließlich stellte Hugo Junkers den ersten wandhängenden Gasbadeofen vor. Der Clou: Der Ofen war nur an einer Gasleitung befestigt. Junkers war nicht nur ein genialer Ingenieur, sondern auch Gründer des Unternehmens Junkers & Co., welches heute zur Bosch-Gruppe gehört.

In den 1920er Jahren entwickelte das ebenfalls heute zur Bosch-Gruppe gehörende Unternehmen Buderus den ersten deutschen Öl-Spezialkessel.

1958 folgte die Vorstellung des neuen Buderus-Kesseltyps „Loganatherm“. Der Gussheizkessel mit integriertem Warmwasserspeicher machte das Leben in Ein- und Zweifamilienhäusern deutlich komfortabler.

Im Laufe der 1970er Jahre zogen immer mehr Zentralheizungen, die bislang nur vereinzelt zum Einsatz gekommen waren, in deutsche Wohnungen ein.

1969 beeindruckte Buderus mit der Markteinführung des Kesseltyps „Loganagas“, der erstmals mit integriertem atmosphärischem Brenner aufwartete. Das innovative Bauprinzip des Kessels setzte ganz neue Maßstäbe in Sachen Heiztechnik.

Smart Heating

In den folgenden Jahrzehnten sollte neben Buderus auch Junkers noch des Öfteren von sich reden machen – etwa mit der 1975 entwickelten Wasser-Wärmepumpe, die Brunnenwasser als Wärmequelle nutzte.

1977 revolutionierte Buderus die Branche mit dem Niedertemperatur-Heizkessel „Ecomatic“ erneut. Erstmals konnte die Betriebstemperatur des Heizkessels nun abhängig von der Außentemperatur gewählt werden.

1981 feierte der „Nefit Turbo“ seine Markteinführung. Der von Nefit und Buderus eingeführte Heizkessel sollte als einer der Pioniere in der serienreifen Brennwerttechnik wieder einmal Maßstäbe setzen.

In den 2010er Jahren schließlich schickten sich die Möglichkeiten des Smart Heatings vermehrt dazu an, die Art des Heizens erneut zu revolutionieren.

Smart Heating: Die Zukunft des Heizens

Es steht außer Frage, dass das Smart Heating die Heiztechnik nachhaltig verändern wird. Bereits jetzt bringt die intelligente Heizungssteuerung drei markante Vorteile mit:

  • Weitreichender Komfort: Tag- und Nachtprogramme, automatisiertes Heizen, Personenerkennung, bequeme Fernsteuerung – Smart Heating vereinfacht das Heizen gleich in mehrfacher Hinsicht.
  • Fachmännische Kontrolle: Die Steuer- und Kontrollfunktion der Heizungsanlage muss sich nicht auf den Verbraucher beschränken. Wer entsprechende Zugänge mit dem Heizungsbauer teilt, ermöglicht diesem das frühzeitige Erkennen von Störungen aus der Ferne.
  • Energieeinsparungen: Studien belegen: Haushalte, die Smart Heating nutzen, sparen Energie – und damit bares Geld.

Die genannten drei zentralen Säulen nehmen wir in der Folge noch genauer unter die Lupe. Klar ist jedoch, dass das Smart Heating schon in naher Zukunft maßgeblich über die bisherigen Funktionen hinausreichen wird. So dürften Innovationen und Verbesserungen der Smart Heating Funktionen nicht nur zu weiteren Energieeinsparungen führen. Auch die – bislang zu einem gewissen Grad noch notwendige – Komponente der menschlichen Steuerung dürfte in absehbarer Zeit weiter in den Hintergrund treten. Dank dem Einsatz künstlicher Intelligenz lernen Heizsysteme ihre Verbraucher immer besser kennen – und sind zunehmend in der Lage, deren Heizwünsche eigenständig zu erkennen und umzusetzen.

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