Lexikon

Lexikon

Gebäudeenergiegesetz (GEG) vereinfacht das Energiesparrecht

Mit dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) sorgt der Gesetzgeber für mehr Klarheit im deutschen Energiesparrecht. Denn das Ende 2020 in Kraft getretene Gesetz vereint die Energieeinsparverordnung (EnEV), das Energieeinsparungsgesetz (EnEG) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) in einem Werk. Es gilt für bestehende sowie neu zu bauende Gebäude und fordert neben einer hohen Energieeffizienz auch den Einsatz regenerativer Energien.

Ziele, betroffene Gebäude und Ausnahmen

Während fossile Energieträger irgendwann zur Neige gehen, sorgen hohe CO2-Ausstöße dafür, dass die Temperaturen auf der Erdoberfläche ansteigen. Mit dem Gebäudeenergiegesetz hat der Gesetzgeber nun ein einheitliches Instrument geschaffen, diesen Missständen entgegenzuwirken. Denn das Ziel des Gesetzes ist es, Energie möglichst sparsam in Gebäuden einzusetzen und den Anteil regenerativer Energien bei der Erzeugung von Wärme, Kälte und Strom anzuheben.

Um das zu erreichen, gilt das Gebäudeenergiegesetz für alle Bauwerke, die unter Einsatz von Energie beheizt oder gekühlt werden. Davon ausgenommen sind:

• unterirdische und lange offenstehende Bauwerke

• Gewächshäuser und Betriebsstätten zur Tierzucht

• Traglufthallen und nicht dauerhaft erbaute Gebäude

• selten beheizte Gebäude, Kirchen und Gebetshäuser

• Gebäude mit Innentemperaturen von weniger als 12 °C

Das ändert sich für Bauherren und Sanierer

Das Gebäudeenergiegesetz enthält erstmals eine Definition für den EU-weit geforderten Niedrigstenergiegebäude-Standard. Dabei handelt es sich um Häuser, die sehr wenig Energie benötigen und ihren Bedarf weitestgehend regenerativ decken. Die technischen Anforderungen entsprechen dabei dem Stand der Energieeinsparverordnung (EnEV 2014), wodurch sich für Bauherren nur wenig ändert. Die folgende Übersicht zeigt die Neuerungen:

  • der GEG-Nachweis für neue Wohngebäude lässt sich mit einem vereinfachten Modellverfahren erbringen (Aufwendige Berechnungen sind nicht mehr nötig)
  • Strom aus erneuerbaren Energien ist bei der Berechnung des Primärenergiebedarfs und bei der Wärmeerzeugung anrechenbar
  • Effizienzvorteile durch Smart-Home-Technik lassen sich bei der Berechnung des Primärenergiebedarfs berücksichtigen
  • der CO2-Ausstoß ist zu berechnen und im Energieausweis anzugeben
  • Energieberatungen sind beim Immobilienkauf und bei größeren Sanierungsvorhaben Pflicht in Ein- und Zweifamilienhäusern
  • der Einbau von Kohle- und Ölheizkesseln ist ab 2026 verboten, wenn der Anschluss an ein Gas- oder Fernwärmenetz nicht möglich und die Kosten einer Umwelt- oder Hybridheizung zu hoch sind

GEG enthält Nachrüstpflichten für Hausbesitzer

Wie die Energieeinsparverordnung enthält auch das Gebäudeenergiegesetz zahlreiche Nachrüstpflichten für Hausbesitzer. So musst du Rohre in unbeheizten Räumen dämmen, die oberste Geschossdecke isolieren und Heizungen austauschen, wenn diese älter als 30 Jahre sind. Letzteres gilt für Öl- und Gasheizungen, die noch nicht auf Niedertemperatur- oder Brennwerttechnik basieren. Lebst du bereits seit 2002 als Eigentümer im eigenen Ein- und Zweifamilienhaus, bist du von vielen Nachrüstpflichten befreit. Nach dem Eigentumsübergang durch Verkauf oder Erbe gehen die Pflichten auf die neuen Eigentümer über. Sie haben dann zwei Jahre Zeit, die geforderten Maßnahmen umzusetzen.

Keine Ausnahme besteht hingegen bei der Pflicht, eine Raum- oder Außentemperatur-Regelung einzubauen. Ist diese in deinem Haus noch nicht vorhanden, kannst du die Technik bis zum 30. September 2021 nachrüsten. Am einfachsten funktioniert das mit dem EasyControl Regler von Bosch, den du über den Facebook Messenger oder ein Google-Assistant-fähiges Gerät auch per Sprachsteuerung bedienen kannst.

Weitere interessante Themen

Die Evolution der Heiztechnik

Mehr erfahren

Heizen im Winter

Mehr erfahren

Teilmodernisierung

Mehr erfahren

Heizungsvergleich

Mehr erfahren

Heizen mit Wärmepumpen

Mehr erfahren

Förderung der Heizung

Mehr erfahren

Heizkörper entlüften

Mehr erfahren