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Zeitprogramm: Die Heizung richtig einstellen

Nutzt du ein Zeitprogramm für deine Heizung, bringen Heizflächen deine Wohnräume nur dann auf hohe Temperaturen, wenn du diese auch benötigst. Nachts oder am Tage arbeitet die Anlage im abgesenkten Betrieb. Sie verbraucht weniger und du sparst Heizkosten. Zeitprogramme lohnen sich allerdings nicht immer. Mehr über die richtigen Voraussetzungen und die optimale Einstellung.

Wie funktioniert ein Zeitprogramm der Heizung?

Bei Programmen wie der Nachtabsenkung lässt du zu, dass Räume in bestimmten Zeiträumen stärker abkühlen als üblich. Hast du normalerweise 20 bis 22 Grad Celsius im Wohnzimmer, drehst du die Temperatur in der Nacht beispielsweise auf 17 bis 19 Grad Celsius herunter. Deine Heizung arbeitet dann mit niedrigeren Vorlauftemperaturen und schickt weniger Wärme ins Haus. Das hat mehrere Vorteile:

1. Mit niedrigeren Systemtemperaturen arbeiten Umwelt- und Brennwertheizungen effizienter.

2. Durch geringere Vor- und Rücklauftemperaturen verlieren die Leitungen weniger Wärme.

3. Sind deine Raumtemperaturen niedriger, treten weniger Wärmeverluste auf.

Kurz und knapp: Du verbrauchst weniger Energie und sparst Heizkosten. Ganz nebenbei senkst du auch deinen CO2-Ausstoß, was sich positiv auf unser Klima auswirkt.

Gibt es ähnliche Programm auch für Warmwasser?

Du kannst auch für die Warmwasserbereitung ein Zeitprogramm nutzen. Am einfachsten funktioniert das über die Steuerung der Zirkulationspumpe. Diese lässt das erwärmte Trinkwasser im Haus umherströmen, um eine starke Abkühlung zu verhindern. Nötig ist das allerdings nur in den Morgen- und Abendstunden, wenn du warmes Wasser benötigst.

Bei einem Speicherwasserwärmer kannst du die Speichertemperatur zeitabhängig einstellen. Hohe Werte benötigst du vor allem morgens und abends. In der übrigen Zeit des Tages kann sich das Trinkwasser etwas abkühlen, um Energie zu sparen.

Auch bei der Warmwasserbereitung im Durchlaufprinzip, etwa mit einer Kombitherme, kannst du die gewünschten Trinkwassertemperaturen mit einem Zeitprogramm einstellen, um Energie zu sparen.

Wann lohnt sich der reduzierte Heizbetrieb?

Zeitprogramme für Warmwasser sind sinnvoll, da sie Energie einsparen, ohne an Komfort zu verlieren. Bei der Raumheizung ist das etwas anders. Hier lohnen sich Programm wie die Nachtabsenkung vor allem in älteren und unsanierten Gebäuden. Diese kühlen im reduzierten Betrieb aus, sodass du von den oben genannten Vorteilen profitierst. Gut gedämmte Gebäude verlieren hingegen nur so wenig Energie, dass die Raumtemperaturen auch während der Nachtabsenkung kaum sinken und du sparst fast nichts.

Ähnlich verhält es sich in Gebäuden mit einer Fußbodenheizung. Durch die Trägheit des Systems kühlen die Räume auch hier nur wenig aus, sodass sich Zeitprogramme oft nicht lohnen. Heizt du mit einer Brennwerttherme oder mit einer Wärmepumpe kann dein Gas- oder Stromverbrauch in der Aufheizphase vorübergehend steigen. Hier ist individuell abzuwägen, ob sich das Zeitprogramm lohnt. Ganz einfach funktioniert das mit dem Easy Control Regler von Bosch , der dich auf Wunsch tages-, wochen- oder monatsweise über deinen Energieverbrauch informiert.

Wie stelle ich ein Zeitprogramm an der Heizung ein?

Die Einstellung ist vor allem bei älteren Heizungsanlagen eine echte Herausforderung. Denn hierzu musst du dich genau mit den Bedienelementen auskennen. Wann die Heizung normal oder im reduzierten Betrieb arbeiten soll, wählst du über Stecker an einer Uhr. Letztere befindet sich bei witterungsgeführten Regelungen oft an der Heizung. Hast du eine raumtemperaturgeführte Regelung, kannst du Zeiten und Temperaturwünsche häufig am Raumtemperaturregler wählen. Zeitprogramme für Warmwasser sind, wenn überhaupt, nur über eine Zeitschaltuhr am Stromstecker der Zirkulationspumpe einstellbar.

Bei neueren Heizungsanlagen wählst du die Werte für die Heizung sowie die Warmwasserbereitung (wenn möglich) über ein digitales Display. Das ist zwar immer noch aufwendig, dafür aber deutlich komfortabler als bei Altgeräten.

Den größten Komfort bieten moderne Regler, wie der Easy Control von Bosch. Die Geräte lassen sich bei vielen Heizungen nachrüsten und einfach per App bedienen. Intuitiv und ganz ohne Kontakt zur eigenen Heizung funktioniert hingegen die Sprachsteuerung über den digitalen Assistenten .tiarda .

Wie hoch sollte die Nachtabsenkung sein?

Welche Raumtemperatur sollte ich bei der Heizung einstellen? Wann kann ich die Heizung aus- und wann einschalten? Antworten auf diese Fragen hängen von deinem Haus und von der Auslegung deiner Anlage ab. Die Absenktemperatur liegt meist 3 bis 4 Grad Celsius unter der normalen Raumtemperatur und sollte einen Wert von 16 bis 17 Grad Celsius nicht unterschreiten.

Nachtabsenkung

Auf diese Weise sparst du Energie, ohne Feuchte- und Schimmelprobleme befürchten zu müssen. Außerdem kühlen deine Wohnräume dabei nicht zu stark aus, sodass eine überschaubare Aufheizphase ausreicht, um die gewünschten Temperaturen nach der Heizpause wieder zu erreichen. Wann die Aufheizphase beginnt, hängt unter anderem von der Leistung deiner Heizung ab. Nach ein paar Versuchen hast du die richtige Zeit gefunden.

Wichtig: Schalte die Heizung in der Nacht nie ganz ab, um ein zu starkes Auskühlen zu verhindern. Denn das kann Schimmelprobleme hervorrufen und sogar Frostschäden verursachen.

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