Ratgeber

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GEG-Austauschpflicht für alte Öl- und Gasheizungen

In den letzten 30 Jahren hat sich die Heizungstechnik stark weiterentwickelt. Während die Niedertemperaturtechnik damals zum Standard avancierte, wurde diese inzwischen von der Brennwerttechnik abgelöst. Letztere nutzt fossile Rohstoffe effizienter. Das senkt den Verbrauch und mindert die Emissionen. Gründe, aus denen der Gesetzgeber eine Austauschpflicht für alte Öl- und Gasheizungen einführte.

Wann gilt die Austauschpflicht für alte Öl- und Gasheizungen?

Austauschpflicht

Die Austauschpflicht für alte Öl- und Gasheizungen gilt für Heizgeräte, die bereits seit über 30 Jahren in Betrieb sind. Denn diese verbrauchen mehr als nötig und beeinträchtigen das Klima negativ. Geregelt ist die Austauschpflicht im Gebäudeenergiegesetz (GEG). So steht in § 72 Absatz 2, dass Heizungsanlagen nach dem Ablauf von 30 Jahren nicht mehr betrieben werden dürfen. Betroffen sind Öl- und Gas- Heizgeräte mit einer Leistung von 4 bis 400 Kilowatt, die noch nicht auf Nieder- oder Brennwerttechnik basieren.

Gibt es Ausnahmen von der Austauschpflicht für alte Kessel?

Um Hausbesitzer zu entlasten, lässt das GEG Ausnahmen von der Austauschpflicht für alte Öl- und Gasheizungen zu. Entbunden sind demnach Hausbesitzer, die ein Ein- oder Zweifamilienhaus als Eigentümer bereits seit Februar 2002 selbst bewohnen

Austausch bei der Heizung

Gilt die Austauschpflicht alter Öl- und Gasheizungen beim Hauskauf?

Möchtest du ein altes Haus kaufen, geht die Pflicht zum Austausch auf dich über. Nach dem Eigentumsübergang lässt das GEG dabei eine Frist von 2 Jahren. Wichtig zu wissen ist, dass die Austauschpflicht grundsätzlich bei jedem Eigentumswechsel einer Immobilie auf den neuen Eigentümer übergeht. Neben dem Kauf also auch bei Erbe oder Schenkung.

Was passiert, wenn ich die alte Heizung nicht rechtzeitig austausche?

Verpasst du die Austauschpflicht für alte Öl- und Gasheizungen, verstößt du gegen die Anforderungen des GEG. In diesem Falle drohen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro. Zu entrichten sind diese von den Eigentümern, die für die Einhaltung der Verordnung verantwortlich sind.

Gibt es weitere Nachrüstpflichten für alte Öl- und Gasheizungen?

Neben der bereits beschriebenen Austauschpflicht hat der Gesetzgeber weitere Nachrüstpflichten eingeführt. Diese sollen die Effizienz der Heizungsanlagen steigern und den Verbrauch sowie die Emissionen senken. Der folgende Überblick zeigt, worauf du als Käufer oder Eigentümer achten musst.

  • Austauschpflicht für alte Öl- und Gasheizungen (nach 30 Betriebsjahren oder 2 Jahre nach Eigentumsübergang umzusetzen)
  • Dämmung von Heizungsrohren in unbeheizten Räumen (sofort oder 2 Jahre nach dem Eigentumsübergang umzusetzen)
  • Nachrüsten einer selbsttätig arbeitenden Heizungsregelung (sofort umzusetzen)
  • Einbau von Thermostaten zur Einzelraumregelung (sofort umzusetzen)

Verstößt du gegen die aufgeführten Nachrüstpflichten, drohen jeweils Bußgelder in Höhe von 50.000 Euro. Zu entrichten sind diese in der Regel vom Eigentümer eines Gebäudes.

Heizungsvergleich

Welche Alternativen gibt es zu alten Öl- und Gasheizungen?

Musst du eine alte Heizung austauschen, hast du heute viele Möglichkeiten zur Auswahl. So kannst du dich für eine neue Öl- oder Gasbrennwertheizung, eine Holzheizung oder eine Wärmepumpe entscheiden. Die neue Technik lässt sich dabei auch mit einer Solaranlage kombinieren, die das Trinkwasser erwärmt oder auch die Zentralheizung unterstützt. Was die Heizgeräte unterscheidet und wann welche Technik infrage kommt, zeigt unser Heizungsvergleich .